Kieferchirurgie
Bei der Koronektomie wird nur die Zahnkrone entfernt und die Wurzel bewusst belassen — dann nämlich, wenn sie dem Unterkiefernerv so nahe liegt, dass eine vollständige Entfernung ein Gefühlsstörungsrisiko trägt.
Zwei unabhängige Metaanalysen mit zusammen über 10 000 Weisheitszähnen belegen den Nutzen: Das Risiko einer Nervschädigung sinkt deutlich (Kang et al., 2025; Peixoto et al., 2023). Sie hat aber einen Preis: eine eigene Versagensrate von 2,79 % und in 3,63 % der Fälle einen Zweiteingriff, weil die Wurzel wandert.
Die Koronektomie ist damit kein Standardverfahren, sondern eine Option bei nachgewiesener Nervnähe. Nachgewiesen heißt: mit einer dreidimensionalen Aufnahme, nicht nach Gefühl.