Kieferchirurgie
Das hängt vom Typ ab — und genau deshalb ist die feingewebliche Untersuchung so wichtig. Follikuläre und radikuläre Zysten kehren nach vollständiger Entfernung nur selten zurück. Die Keratozyste dagegen neigt ausgeprägt zu Rezidiven: Eine Übersicht über 19 systematische Übersichtsarbeiten nennt eine mittlere Rezidivrate von 16,2 Prozent, nach einfacher Ausschälung ohne begleitende Maßnahmen bis zu 43,2 Prozent (Gonçalves et al., 2024).
Zwei Konsequenzen ergeben sich daraus. Erstens wird bei einer Keratozyste anders operiert — mit ergänzenden Maßnahmen oder einer vorgeschalteten Entlastung, was die Rezidivrate nachweislich senkt. Zweitens braucht sie eine mehrjährige röntgenologische Nachsorge. Treten mehrere Keratozysten auf, ist zusätzlich an ein Gorlin-Goltz-Syndrom zu denken: In der Auswertung von 377 Fällen lag bei 66 Prozent der Patient:innen mit mehreren Keratozysten ein solches Syndrom vor (Szaraz et al., 2025).