Seit dem 1. Januar 2025 ist Dentalamalgam in Österreich – und in der gesamten EU – für die meisten Patienten verboten. Was lange als bewährtes Füllungsmaterial galt, ist nun Geschichte. Für viele Österreicherinnen und Österreicher mit bestehenden Amalgamfüllungen stellen sich jetzt dringende Fragen: Müssen die alten Füllungen entfernt werden? Welche Alternativen gibt es? Sind bestehende Füllungen noch sicher?
In diesem Ratgeber erfahren Sie, was die EU beschlossen hat – und was das konkret für Sie bedeutet.
Was die EU beschlossen hat – und warum
Die Verordnung (EU) 2024/1849 vom 13. Juni 2024, eine Änderung der EU-Quecksilberverordnung (EU) 2017/852, trat am 1. Januar 2025 in Kraft und verbietet die Verwendung von Dentalamalgam für die meisten Patienten. Die Entscheidung basiert auf dem Minamata-Übereinkommen zum Schutz vor Quecksilberverschmutzung: Amalgam enthält zu etwa 50 % Quecksilber, das bei Entsorgung und Verbrennung in die Umwelt gelangen kann.
Wichtig zu verstehen: Das Verbot betrifft die Neuanwendung von Amalgam – nicht die Zahnfüllungen, die bereits in Ihrem Mund sind.
Ausnahmen vom Verbot:
- Milchzähne (bei Kindern unter 15 Jahren)
- Schwangere und Stillende (Vorsichtsmaßnahme)
- Patienten mit Nierenschäden (in Einzelfällen)
Für alle anderen Patienten gilt: Neue Amalgamfüllungen sind seit 1. Januar 2025 nicht mehr erlaubt.
Was bedeutet das für bestehende Amalgamfüllungen?
Hier ist die wichtigste Botschaft: Intakte Amalgamfüllungen sollten nicht vorsorglich entfernt werden.
Die europäischen und österreichischen zahnärztlichen Fachgesellschaften sind sich einig: Das Entfernen einer intakten Amalgamfüllung setzt kurzfristig mehr Quecksilber frei als das Belassen. Solange die Füllung dicht ist, keine Risse zeigt und keine Beschwerden verursacht, ist Abwarten die richtige Entscheidung.
Amalgamfüllungen sollten ersetzt werden, wenn:
- Die Füllung undicht, gebrochen oder gerissen ist
- Karies unter der Füllung entstanden ist
- Die Füllung aus ästhetischen Gründen stört (Sichtbarkeit im Lächeln)
- Sie sich in Schwangerschaft oder Stillzeit befinden (hier empfehlen Leitlinien besondere Vorsicht)
- Sie sich unwohl fühlen und eine Entfernung wünschen (dann nach SMART-Protokoll)
Welche Alternativen gibt es? Komposit, Keramik, Glasionomerzement
Die gute Nachricht: Die Alternativen zu Amalgam sind heute so ausgereift, dass viele Zahnärzte sie schon seit Jahren bevorzugen.
| Material | Haltbarkeit | Ästhetik |
|---|---|---|
| Komposit (Kunststoff) | 7–12 Jahre | Zahnfarben, sehr ästhetisch |
| Keramik-Inlay (CAD/CAM) | 15–20+ Jahre | Optimal, unsichtbar |
| Glasionomerzement | 5–8 Jahre | Zahnfarben, weniger ästhetisch |
Komposit: Moderne Kunststofffüllungen sind zahnfarben und ästhetisch kaum von echten Zähnen zu unterscheiden. Sie halten 7–12 Jahre bei guter Pflege.
Keramik-Inlays – die Premium-Lösung: Bei Smile4Life Wien setzen wir auf Keramik-Inlays mit CAD/CAM-Technologie – digital gefräste Keramikrestaurationen, die in einer Sitzung hergestellt und eingesetzt werden können. Sie sind ästhetisch unauffällig, langlebiger als Komposit und schonen die gesunde Zahnsubstanz maximal. Ideal für größere Füllungen im Seitenzahnbereich – wenn eine Wurzelbehandlung nötig war, ist die passende Nachversorgung besonders wichtig.
Glasionomerzement: Weniger ästhetisch, aber eine Option für kleinere Füllungen.
Hinweis zu den Kosten: Welche Materialien im Detail als Kassenleistung gelten, wird zwischen den österreichischen Krankenversicherungsträgern und der Zahnärztekammer laufend neu verhandelt und kann sich ändern. Fragen Sie am besten direkt bei Ihrem Zahnarzt oder Ihrer Krankenkasse nach dem aktuellen Stand für Ihre Versicherung.
Sollte ich meine alten Amalgamfüllungen entfernen lassen?
Diese Frage hören wir oft – und die ehrliche Antwort ist: Nur wenn es einen medizinischen oder ästhetischen Grund gibt.
Prophylaktische Amalgamentfernung ist NICHT empfohlen, weil:
- Das Entfernen setzt kurzfristig mehr Quecksilber frei als das Belassen
- Jede Füllungsrevision bedeutet Substanzverlust am Zahn
- Intakte Amalgamfüllungen geben nur minimale Quecksilbermengen ab – das Risiko ist sehr gering
- Die Belastung durch Fisch, Meeresfrüchte und andere Nahrungsmittel ist oft höher als durch Amalgamfüllungen
Das SMART-Protokoll – sichere Amalgamentfernung:
Wenn Sie dennoch eine Amalgamentfernung wünschen, sollte sie nach dem SMART-Protokoll (Safe Mercury Amalgam Removal Technique) durchgeführt werden:
- Kofferdam: isoliert den Zahn und verhindert, dass Amalgampartikel verschluckt werden
- Hochleistungsabsaugung: saugt Quecksilberdämpfe sofort ab
- Spezialisierte Schutzausrüstung für Zahnarzt und Assistenz
- Schnelle Entfernung: Die Füllung wird in größeren Stücken entfernt, nicht zermahlen
Bei Smile4Life Wien führen wir Amalgamentfernungen nach diesem Protokoll durch, wenn eine medizinische oder ästhetische Indikation vorliegt.
Sind meine bestehenden Amalgamfüllungen noch sicher?
Kurze Antwort: Ja.
Intakte Amalgamfüllungen gelten als sicher. Die Menge an Quecksilber, die von einer intakten Füllung freigesetzt wird, ist minimal und liegt unterhalb der Grenzwerte, die Gesundheitsorganisationen als bedenklich einstufen.
Was die Wissenschaft sagt:
- Die WHO und die FDA (USA) bestätigen die grundsätzliche Sicherheit intakter Amalgamfüllungen
- Die Quecksilberbelastung durch Amalgam ist deutlich geringer als durch Fisch- und Meeresfrüchtekonsum
- Symptome wie eine „Amalgamvergiftung“ sind wissenschaftlich nicht belegt
Aber: Das Verbot basiert nicht auf Sicherheitsbedenken, sondern auf Umweltschutz. Quecksilber ist ein Umweltgift, und die EU möchte die Quecksilberbelastung in der Umwelt senken.
Haben Sie Amalgamfüllungen, die Sie ersetzen möchten – aus ästhetischen oder medizinischen Gründen? Oder möchten Sie wissen, ob Ihre bestehenden Füllungen noch in Ordnung sind? Vereinbaren Sie eine Kontrolle bei Smile4Life Wien. Wir beraten Sie ehrlich, welche Lösung für Ihre Situation am besten passt.
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